Meditation zum Zeitgeschehen – CoVid 19


Stille Meditation, Gründonnerstag, 09.04.2020

Coronakrise, LockDown – ich bin seit 3 Wochen zuhause, freiwillig, ungetestet  – Symptome? Vielleicht …

Möchte seit langem zum Virus hin meditieren, finde aber keine Gelegenheit. Erst war ich zu erschöpft, dann war immer was zu tun …

Stille Meditation

Chanten: Om

Mit dem ersten eigenen Om bin ich in einem tibetischen Kloster.
Ich war Anfang September 2013 real dort.
Ein Freund war wenige Tage zuvor verstorben.
In dem Kloster blies ein Mönch das Muschelhorn, der Überlieferung nach soll der Klang dieses Muschelhorns bis ins Bardo, dem Zwischenreich zwischen Leben und Tod, reichen und den Übergang für die Seele bereiten.
Ich sah in der Meditation diesen Mönch wieder, war wieder dort, hörte den tief berührenden Klang und mit dem zweiten Om verwob sich der Klang des Muschelhorns, geblasen von dem Mönch. Es verwob sich mit meinem Om und der Klang des Muschelhorns trug das Om ins Bardo …

Stille Meditation

Noch mit dem Nachhall des gerade Erlebten gehe ich in die Stille, die Stille wird dunkel, angenehm dunkel.
Aus der Tiefe der Stille taucht eine Gestalt auf, vage  – eine Kugel?
Was auch immer es ist, es kommt auf die Fragen, die mich schon lange bewegen.
Es spricht:

Ich bin was ich bin. Ich lebe und sterbe mit Euch.
Ihr könnt mich annehmen wie das Leben,  und lebt mit mir,
ihr könnt mich annehmen wie den Tod, dann sterbe ich mit Dir und begleite Dich.
Du machst aus mir, was ich sein soll für Dich,
die Angst vor mir ist deine Angst, Du kannst sie wandeln oder herrschen lassen.
Ich bin ich – Du bist Du
Wir wandern durch die Zeit; Hunderte vor mir, Hunderte nach mir.
Ich raube Dir den Atem?
Du bist es doch, der sich verweigert, der Welt, dem Leben.
Ich belaste Dein Herz?
Du bist es doch, der sein Herz verschließt.
Öffne Dein Herz, sei mutig im Jetzt, atme das Leben!
Ich bin Dein Spiegel, lehrend Dich seit Anbeginn der Zeit.

Text kann gerne geteilt werden an Menschen, die offen sind.
Gudrun Olessak