Der Brand von Notre Dame de Paris, eine geomantische Tragödie


Das Herzzchakra Europas schweigt

Paris, Montag 18:20. – Alarm. Brandalarm.

Voller Sorge wird nach einem möglichen Brand gesucht, aber noch schwelt es im Verborgenen.

Paris, Montag, 18:43. – Alarm. Wieder Brandalarm.

Doch diesmal ist es zu spät – im über 800-Jahre alten Dachstuhl lodern schon Flammen.

Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt. Durch die abendliche Rushhour versucht die Feuerwehr zum Brand-herd zu gelangen. Die Flammen fressen sich, genährt durch zundertrockene Eichenbohlen unter einer Dach­deckung aus Metall und Blei tief in den Dachstuhl hinein. Sie zerstören die hölzerne Gründung des im  19. Jhdt. aufgesetzten Vierungsturmes (96 m hoch, 24 m höher als die Westtürme). Er hat keine Chance – gegen 20:00 bricht er in sich zusammen. Er hätte dort niemals stehen sollen, jetzt  durchschlägt er das Vierungsgewölbe und eines der Joche. Brennende Dachbalken, flüssiges Blei stürzen in das Herz von Paris, in das Herz von Europa. Menschen knien in den Straßen, singen, beten für Ihre Kathedrale.

Notre Dame de Paris 2015
Notre Dame de Paris 2015

Feuerwehr gelingt das Unmögliche

Die Feuerwehr kämpft mit 400 Frauen und Männern gegen ein Inferno, der komplette Dachstuhl brenn, schmilzt, glüht. Über 1000° heiß, beißender Rauch, tropfendes Blei, und dennoch retten die tapferen Feuerwehrleute und mutige Freiwillige die materiellen Schätze, die die Kathedrale birgt. Und der Feuerwehr gelingt das Unmögliche: Sie dämmen das Feuer ein, löschen von außen und unter großem persönlichen Risiko von innen. Noch während es deutlich sichtbar brennt besteigen sie die Haupttürme, bekämpfen hier Feuernester, um ein Übergreifen der Flammen  auf das Tragwerk der  Glocken zu verhindern.

Im Nordturm hängt seit 2013 ein Geläut mit über 35.000 kg, im Südturm hängt Emmanuel, eine Glocke aus dem Jahr 1685 mit ca. 13.000 kg, ein Absturz dieser Glocken hätte das Ende von Notre Dame de Paris bedeutet. Um 3 Uhr nachts macht sich endlich, nach über acht Stunden Löscharbeiten vorsichtiger Optimismus breit: Die Struktur der Kreuzrippen und Gewölbedecken hält größtenteils, ein Überschlagen der Flammen auf die Türme konnte verhindert werden, das Feuer ist unter Kontrolle. Aber erst am Morgen kann die Feuerwehr bekanntgeben: „Das Feuer ist gelöscht.“ Die Brandbekämpfer haben das anfangs für unmöglich gehaltene geschafft: Trotz der enormen Hitze, trotz der Flammen und der Unmengen an Löschwasser: Die meisten Fenster, vor allem die großen Rosen, haben den Brand überstanden, die statische Struktur steht noch, bis auf die völlig zerstörte Vierung und einiger eingestürzter Gewölbekappen.

Nun muss geprüft werden, in wie weit der Augenschein auch tatsächlich Realität ist, denn  vielen dürfte nicht bekannt sein, dass sich im Innern der gotischen Baustruktur Zugbänder aus Eisen befinden. Es ist zu hoffen, dass sie, wie die bleigefasten Buntglasfenster, unbeschadet blieben.

Aber welche Auswirkungen wird diese Tragödie haben?

Wie durch ein Wunder gab es keine Toten, „lediglich“ ein Kulturdenkmal wurde schwer beschädigt.

Wirklich?

Notre Dame de Paris ist für viele nur noch ein Touristenmagnet, ein Kulturdenkmal, durch das täglich Menschenmassen geschleust werden. Doch nehmen wirklich all die Menschen stundenlanges Anstehen unter glühender Sonne oder bei Regen in Kauf, um ein „Kulturdenkmal“ zu besuchen? Die Schlangen vor Notre Dame sind oft länger als am Eifelturm, den Museen, Versailles. Auch die Schlange vor dem „Tresor“, in dem die Kunstgegenstände und Reliquien zu sehen sind, ist immer deutlich kürzer. Es muss also einen anderen Grund geben, warum die Menschen zur Kathedrale strömen. Ich bin mir sicher, auf Nachfragen keine Antwort zu bekommen. Auch wird es den einen oder anderen sicher überraschen zu hören, dass trotz der Touristenströme jeden Tag mehrere Messen im Hauptschiff gehalten wurden, auch in Englisch. Das spirituelle Leben, der Glaube wird hier praktiziert, Notre Dame lebt und ist für den Gläubigen da, für den spirituell Suchenden, denn die energetischen Strukturen sind nicht „tot“. Ich habe es selbst erlebt: Trotz „Warnung“ meines spirituellen Lehrers: “Notre Dame de Paris ist leer, ohne Energie, die abertausenden Touristen haben den Kraftort zerstört, da musst Du nicht hin.“ Ich bin aber doch hin – und war überwältig. Ich wurde in der Tiefe meiner Seele  berührt, als ich nach stundenlangem Anstehen endlich unter der jetzt zerstörten Vierung stand.

Ein Heraustreten aus den Touristenströmen, ein schlichtes Innehalten und ein achtsames Herantreten an und unter den Vierungspunkt, in den Herzpunkt der Kathedrale  … Mehr brauchte es nicht, und schon war ich dort umhüllt von reiner, tiefer Herzensliebe.

Ich stand wahrlich „im Herzen“ von Notre Dame, im Herzen Mariens, Gottes, im Herzen von Paris, von Europa, in meinem. Jetzt verstand ich, was ich hundertmal gelesen hatte: „Notre Dame de Paris ist das Herz Frankreichs“. Notre Dame ist mehr, sie ist der Ort der allumfassenden, bedingungslosen Liebe.

Wenn man dies für sich zulassen kann.

Diese Liebe ist es, die die Menschen dort suchen, meist unbewusst. Sie ruft uns, sie lässt uns geduldig warten und wartet selbst auf Dich. Aber diese tiefe Liebe zu ertragen, ist schwer. Und so verstecken wir uns hinter unseren Kameras und sehen nur Kultur und Kunst, Architektur und (Bau-)Geschichte.

Nicht die Touristen sind „schuld“, auch nicht die Kirche. Die Zeit hat uns abgestumpft, uns die Muße genommen, innezuhalten. Still zu werden, zu schauen, zu sehen, zu fühlen, zu erkennen.

Niemand kniet auf der Straße, und betet, weil ein Kulturgut brennt. Der Glaube ist nicht tot, wir blenden ihn nur meist 350 Tage im Jahr aus. Da finden die Gottesdienste in Notre Dame nur für wenige statt, der „Tourist“ fühlt sich dadurch eingeschränkt. Aber Weihnachten, Ostern und Pfingsten ist es anders. Auch in Paris. Weihnachten ist Notre Dame schon um 19:00 überfüllt – von Gläubigen, die die Christmette feiern wollen, die um Mitternacht beginnen wird. Vor den schrecklichen Attentaten in Paris 2015 feierte die ganze Stadt Weihnachten, Alle wollten zur Kathedrale, die ganze Nacht lang, um die Krippe zu sehen. 2016 war es damit vorbei, aber die Christmette war (trotz strengster Bewachung und doppelter Leibesvisitation) besucht wie immer.

Notre Dame de Paris Juni 2015
Notre Dame de Paris Juni 2015
Foto nach dem Brand Notre Dame de Paris April 2018
Notre Dame de Paris April 2018

Ort der Kraft steht nicht zur Verfügung

Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich der Herzpunkt Europas verändert. Der Ort der Kraft, an und über dem diese wundervolle Kathedrale errichtet wurde, ist immateriell, ist deshalb unzerstörbar. Aber er wird die nächsten Jahre, vielleicht Jahrzehnte, dem Volk, insbesondere den Menschen von Paris nicht mehr für ihr spirituelles Wachstum, für ihren emotionalen Ausgleich und Stärkung  zur Verfügung stehen. Wir sind unserer Mutter, unserer Geliebten, unserer Notre Dame, beraubt. Dies wird Folgen haben, wir werden sie erleben.

Es bleibt zu hoffe, dass wirklich die Jahre der Ruhe, die Stille, die im Kirchenschiff Einzug halten wird, wirklich eine Regeneration dieses Ortes der Kraft ermöglicht. Allein, er ist für die Menschen da, egal ob  Tourist oder Gläubiger. Er lebt für und, so denke ich, auch vom Menschen, vom Besucher. Aber ein so kraftvoller Ort, der über Jahrzehnte der Missachtung überdauerte, der den Hugenottensturm überstand, die Revolution, 2 Weltkriege und nun einen Brand, der ihm den Dachstuhl nahm, wird auch dies überstehen, so ist zu hoffen.

Zu hoffen ist auch, dass die Vernunft den Wiederaufbau leitet und nicht falsch verstandene Denkmaltümelei. In vielen gotische Kirchen wurden die alten Holzdachstühle erneuert – sei es durch Brand (z.B. Notre Dame de Chartres im 19. Jhdt.) oder durch vorausschauende kluge, brandschutztechnisch konforme Planung (z.B. Ulmer Münster). Stahlkonstruktionen bilden unsichtbar, nichtbrennbar die alte Kontur wieder ab, der energetischen Struktur hat dies nicht geschadet. Wirklich geschadet hat Notre Dame de Paris der kleine Vierungsturm, er sollt nicht wieder errichtet werden, denn er war ein Fremdkörper am gotischen Bau und im energetischen Gefüge. Aufgesetzt im 19.Jhdt. durch Eugene Emmanuel Viollet-le-Duc, entsprungen allein seiner Phantasie. Auch die pittoresken Gargouilles, die auf den Brüstungen der Türme sitzen und keinerlei Funktion (wie die eigentlichen Wasserspeier) mehr haben, außer als Postkartenmotiv und Filmkulisse entstammen seiner Vorstellung. Aber die stören als „Zierrat“ zumindest nicht das energetische Gefüge. Wir alle dürfen gespannt sein.

Wiederaufbau

Jetzt müssen erst einmal die Schäden festgestellt werden, das ausgebrannte Gerüst abgebaut und ein Notdach errichtet werden, um die Kathedrale vor weiteren Zerstörungen durch Wind und Wetter zu schützen. Dann müssen die Schäden, die durch Brand und Löschmittel entstanden sind, beseitigt werden, das Tragwerk und die Glasfenster müssen auf strukturelle Schäden geprüft werden, dann erst kann mit der Restaurierung begonnen werden.

Fast 1 Milliarde Euro Spenden sind für den Wiederaufbau bereits zusammengekommen (Stand Karfreitag). Es bleibt zu hoffen, dass nicht verglichen wird zwischen der Spendenbereitschaft für „einen Haufen alter Steine“ und der fehlenden finanziellen Unterstützung von all den Armen und Unterprivilegierten in Frankreich und Europa, der Hilfe für Flüchtlinge und dem vielfältigen Leid von Menschen in der dritten Welt durch Hunger oder Krieg.  Beides bedarf unseres Engagements. Die Unterstützung  hilfsbedürftiger  Menschen ebenso wie die Bewahrung unserer Kulturschätze. Kultur beginnt beim Menschen und drückt sich aus in seinen Riten, seinem Glauben, wird sichtbar in seiner Kunst und in seinen Bauwerken. Eines ist ohne das andere nichts.

Auch das hat Notre Dame und Paris schon einmal überwunden: Die Kathedrale wurde in der Revolution, die das Volk von der Feudalherrschaft und von der Herrschaft der Kirche befreite, schwer beschädigt und diente danach als Weindepot.

Paris, Do. 25.04.2019 – 10 Tage nach dem Brand.

Ich fahre gegen 13:00 von Norden her auf die Île de la Cité zu. In Höhe Centre Pompidou, ca. 1 km Luftlinie zur Kathedrale,  überspült mich eine Welle von Trauer, dann kommt der Schmerz, fast körperlich. Mein Herzchakra geht in Resonanz, es weint. Ich weine auch. Noch habe ich Notre Dame noch nicht einmal gesehen und doch…

Ich fahre nördlich vorbei an der Île de la Cité, jetzt zeigen sich die Türme flüchtig zwischen den Häusern, fremd von Nord ohne das mächtige Dach und doch vertraut.   Auf der Île St. Louis steige ich aus dem Taxi, ca. 500 m entfernt von Notre Dame um anzukommen, mit achtsamem Abstand, ich bin auch sicher, der Raum um die Kathedrale ist abgesperrt. Wie weiträumig wird sich zeigen.

Notre Dame de Paris nach dem Brand

Auf der Pont de la Tournelle dann der erste Blick auf Notre Dame. Er tut weh.

Mein Herz fühlt sich an wie eine offene Wunde. Aber Paris lebt seinen Alltag und für die Touristen – ja, fast scheint es, das sie den Brand ausblenden, Verliebte lassen sich wie immer vor diesem Hintergrund ablichten, als wäre nichts geschehen. Eine Mutter sagt bedauernd zu ihrer Tochter: „Jetzt hat der Glöckner kein zu Hause mehr …“

Und ehrlich … Wenn man nur auf die Fassade schaut, dann wirkt der Kirchenbau intakt, eingerüstet wie für eine Restaurierung.

Während ich mich vor dem Schmerz immer wieder hinter meiner verstecke, kommt eine Joggerin zur Brücke, sie wird langsamer, bleibt stehen und blickt traurig hinüber zur Kathedrale. Langsam quert sie die Brücke, wendet den Blick nicht ab. Ihr ist die große Wunde, die die Stadt erlitten hat, bewusst. Langsam gehe auch ich weiter, am südlichen Ufer der Seine entlang westwärts zur Île de la Cité.

Touristenströme kommen mir entgegen, strömen über die Pont de l´Archevêché, östlich der Kathedrale.  Ich wandere weiter an der Seine entlang, bin bald parallel zur Kathedrale unterwegs – immer wieder bleibe ich, wie alle, stehen, fotografiere und bin schlicht fassungslos. Unwirklich das was ich sehe: Eine scheinbar unversehrte Kathedrale, kein Schaden ist zu erkennen bis zur Dachtraufe, und dann ist da nichts mehr.

Tief hängen die Wolken, immer ist es kurz davor, zu regnen. Noch immer trägt der Wind einen leisen Brandgeruch von der Kathedrale herüber. Fieberhaft wird an der Notabdeckung gearbeitet, Weitspannträger sind schon über den noch erhaltenen Kreuzrippengewölben montiert, Folien schützen bereits das Hauptschiff. Die Fenster sind eingerüstet, sie werden geprüft, jedes Einzelne.  Sie scheinen intakt, doch die Hitze und die Abkühlung können dennoch Schäden verursacht haben, die restauriert werden müssen.

Grifflängen

Ich setze mich in ein Café und ziehe Grifflängen, frage mich mit dem Pendel so durch – Gerade 3 Grifflängen habe ich erhalten, das einzig Positive: 2 induktiv, eine kapazitiv, aber alle sind rechts, aufbauend – ein Hoffnungsschimmer – die Werte werde ich erst zuhause nachschlagen können.

Aber etwas fehlt mir, macht mich nachdenklich, so frage ich nochmal konkret nach: Gibt es noch spirituelle Grifflängen? Die Antwort ist erschütternd: Nein. Das spirituelle Zentrum schweigt, das Herzchakra Europas ist schwer verletzt, es ist ganz in sich gekehrt und mit der Selbstheilung beschäftigt. Ich frage weiter: … es war ein Unglücksfall, keine „Selbstreinigung“ der unglückselige Vierungsturm hatte energetisch nicht gestört.

Grifflängenbedeutungen

Es ist immer schwierig, die Grifflängenbedeutungen, die auf den Menschen ausgerichtet sind, auf Ortsqualitäten umzudeuten, wenn sie nicht eindeutig „Materielles“ widerspiegeln – wir z.B. hier: Blei, Cadmium und Schwefel. Beim Bau verwendete und beim Brand freigesetzte Stoffe. Dann finde ich noch Salbei … dieses stark reinigende Kraut wird auch als Marienkraut geführt. ein einziger Hinweis auf die Kraft, die Energie, die hier zu Hause ist. Dann spiegeln sich in den Grifflängen verschiedene Bachblüten und Homöopatika wieder – im übertragenen Sinn geht es bei ihnen um Selbstheilung, Trost, Herzerkenntnis, um schlecht heilende Wunden, den Stützapparat. Das Schüsslersalz 12 findet sich – es steht für die extreme Situation zwischen sich in der Welt verlieren und ganz bei sich sein, wird eingesetzt, wenn ein gestörtes Verhältnis zwischen Innen- & Außenwelt vorherrscht. wieder bin ich überrascht wie abstrakte Werte, gependelt über der H3-Skala, die Wirklichkeit beschreiben.  Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wie der Ausfall dieses zentralen Herzchakra sich auswirkt. Nicht nur die gotischen Kathedralen, die einen heiligen Landschaftstempel aufspannen über Frankreich und dessen Strahlen bis in die Mitte von Europa reichen, waren für die Ewigkeit errichtet worden, auch der sie versorgende  Landschaftstempel, der Energie direkt aus dem Ursprungsland der Templer (bei Troyes / Clairveaux, Forêt d´ Orient mit Lac du Temple) mittels einer Spirale aus Kathedralen diese Energie zu Notre Dame de Paris führt und dabei verstärkt.

Herzenergie an die anderen Kathedralen

Notre Dame de Paris verteilt dann diese Energie, bereichert mit der Herzenergie an die anderen Kathedralen weiter, die im Sinne der sieben Künste der Antike an der Bewußtwerdung des Menschen arbeiten. Im Juni werde ich in Chartres sein, dann wird sich zeigen, ob sich das energetische Gefüge dieses Landschaftstempels geändert hat.

Die Werte ergänzen meine mentale Wahrnehmung: Öffnest Du Dein Herz, um zu spüren oder in Kontakt zu treten, überfluten Dich Trauer und Schmerz. Als Reaktion musst Du Dich, Dein Herz schließen, um im Alltag zu bestehen, zu funktionieren. Aber wenn alle Herzen schweigen, dann wird es kalt zwischen den Menschen. In Paris gibt es große soziale Probleme, es existiert ein großes Missverhältnis zwischen arm und reich, es kostet enorme Herzenswärme, hier in Frieden zu bestehen. Die Menschen brauchen unsere Gebete und guten Wünsche, damit Sie die Kraft haben, diese schwere Zeit ohne ihr spirituelles Herzzentrum zu überstehen. Noch haben wir die Chance, Schlimmes zu verhindern. Mit unseren Gedanken, Hoffnungen, Gebeten für die Menschen. Das Herzchakra heilt sich selbst. Dies geschieht leichter, wenn der Mensch sich um den Menschen kümmert.

Was ich für unzerstörbar hielt ist schwer verletzt. Es wurde zertrümmert vom einsturzenden Vierungsturm,-gewölbe und dem „heiligen Wald“, dem hölzernen Dachstuhl, die es seit 800 Jahren schützten.

Der Vierungsturm, von Eugène Emmanuel Viollet-de-Duc um 1850/60 als „Dachreiter“ aufgesetzt, hat die Katastrophe geschehen lassen. Gebaut aus bleiummanteltem Holz brach er ein und durchschlug das Kreuzrippengewölbe und ein weiteres Joch. Falsche Vorstellungen, Phantasien, Phantasmen hatten schwere Folgen – kann man hier vielleicht eine Parallele zum aktuellen Zustand von Europa sehen?

Ich gehe zurück, jetzt kommt die Sonne heraus, es wird gerade die Folie über dem Chor aufgespannt, ein Kampf gegen den Wind und die Zeit. Schon für den Vormittag war, und für den Abend ist endgültig Regen angekündigt, aber Maria hält ihre schützende Hand über die Sicherungsarbeiten an ihrer Kathedrale.

Notre-Dame-de-Paris-Kran-im-Vordergrund
Notre Dame de Paris Folie ueber Chor

Wo am Vormittag tief und schwer die Wolken hingen, strahlt nun ein Himmel, blau und weiß. Ein wenig Hoffnung strömt mit diesem Licht in mein Herz.

Für mich wird es Zeit zu gehen, ich muss meinen Zug erreichen.

Mit Sorge verlasse ich Paris. Ich bange um die Stadt, deren Lebensgefühl nun, nach den Anschlägen von 2015 (13.Nov.) einen zweiten, schweren Schlag erlitten hat. Mir ist bange um die Menschen, die einen Teil von sich verloren haben, von dem die meisten gar nicht wussten, dass er zu ihnen gehört.

Diese Erkenntnis kann der Schlüssel sein, den Wert des Verlorenen wieder zu entdecken. Vielleicht hilft diese Erkenntnis, miteinander – egal wie arm, reich oder aus welchem Heimatland – die Kathedrale wieder aufzubauen, um dem dann gesundeten, neu erstarkten Herzchakra seinen Raum zurückzugeben, damit es kraftvoll die neue Zukunft von Paris, von Frankreich, von Europa durchstrahlen kann.

Mein tiefer Dank gilt den Feuerwehrleuten, die mit ihrem Mut und ihrer Umsicht die Kathedrale gerettet haben. Dank ihnen wird es ein Wiedersehen geben.

Im Juni werde ich in Chartres sein, dann wird sich zeigen, ob sich das energetische Gefüge des Landschaftstempels geändert hat.

Notre Dame de Paris Fensterrose